Wirtschaft
Ein wichtiger Sektor der abruzzesischen Wirtschaft ist traditionellerweise die Landwirtschaft, vor allem in den Ebenen von Fucino und Sulmona und im Hügelland. Es handelt sich dabei größtenteils um intensive Landwirtschaft mit modernen Maschinen und spezialisiertem Anbau.
Die wichtigsten Produkte sind Hartweizen, Gerste, Zuckerrüben und Kartoffeln. Weit verbreitet ist auch der Anbau von Gemüse, Weinreben, Oliven- und Obstbäumen. Typisch ist auch die Produktion von Safran in der Umgebung von L’Aquila und Lakritz in Atri. In den letzten Jahren haben sich im besonderen Maße die Olivenöl- und Weinherstellung behauptet. Vor allem letztere, mit den Qualitätsweinen (D.O.C.) Montepulciano d’Abruzzo (rot) und Trebbiano d’Abruzzo (weiß), hat wichtige Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Bühne erhalten.
Die traditionellste landwirtschaftliche Aktivität ist die Schafzucht, bei der die Abruzzen in Italien den sechsten Rang belegen. Früher wurde das System der Transhumanz (Wanderviehzucht) praktiziert. Heutzutage wird mehrheitlich die Stallhaltung vorgezogen. Bedeutend und geschätzt in der Gastronomie sind die Produkte aus der Schafzucht: Mozzarella, Pecorino und Scamorza. Von gewisser Bedeutung ist auch die Fischerei (2% der nationalen Produktion), die mittlerweile meist industriell betrieben wird, mit den Häfen Pescara, Ortona und Giulianova als Zentren.
Die Industrie hat in den siebziger Jahren dank der Verfügbarkeit von Energie aus Wasserkraft und der Entdeckung von Gasvorkommen in der Gegend um San Salvo nahe Vasto ein starkes Wachstum erlebt. Die kleinen und mittleren Unternehmen konzentrieren sich auf das Gebiet um Pescara und Chieti, in dem man Chemie-, Maschinenbau-, Textil- und Lebensmittelindustrien vorfindet. In der Gegend um Teramo und L’Aquila hingegen, befinden sich vorwiegend kleine und mittlere Betriebe, die Möbel, Baumaterialien, Präzisions- und Telekommunikationsgeräte herstellen. Von besonderer Bedeutung ist der Elektronik- und Telekommunikationssektor in der Fucino-Ebene.
Wichtig ist auch die Lebensmittelindustrie mit vielen typischen Produkten: Pecorino, Torrone aus L’Aquila, Konfekt, Lakritz. Auch das Handwerk bietet Produkte von hohem Rang, wie zum Beispiel Keramik, besonders jene aus Castelli, Messer, Klöppelspitzen, Teppiche.
In den letzten zwanzig Jahren erlebte der Tourismus einen bemerkenswerten Aufschwung, der die zahlreichen Attraktionen, die diese Region bietet, nutzt: die Faszination, die von den imposanten Massiven des Apennins ausgeht, Nationalparks und Naturreservate, der Reiz der Strände, der Reichtum an Schätzen aus Kunst, Kultur und Folklore. Dieser Aufschwung wurde auch begünstigt durch den Ausbau der Hotel- und Verkehrsinfrastruktur, vor allem durch den Bau der Autobahn Rom-Teramo und die Vergrößerung des Flughafens Pescara.






